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Montag, 12. August 2013

Von der Beiläufigkeit des Büchermachens: Besuch bei hochroth

Schneiden
Stanzen
Noch mal schneiden
An der Papier-Guillotine

Der 2-D-Drucker. Fotos: Timo Berger

Stell dir vor es ist Sonntag früher Abend, der Sommer liegt in den letzten Zügen und du sitzt im Berliner Zimmer einer Friedenauer Wohnung. An der Wand steht eine Papier-Guillotine, um den Couchtisch herum sitzen die Mitglieder eines kleinen unabhängigen Verlags. Es ist „Drucktag“ wie einer von ihnen sagt und dann anfügt: „Eigentlich haben wir schon gedruckt und alle bringen nur die zuhause bedruckten Bögen mit“ „Es müsste Schneide-, Falz, Klebe-, Binde-, Stanz- und Stempeltag heißen“ sagt eine andere. Und in der Tat ist das, was an diesem Abend in dieser Stube passiert. Konzentrierte, über die schmalen Bändchen geneigte Häupter, ruhige Hände und doch geschieht alles mit einer beneidenswerten Beiläufigkeit. Du stellst Fragen, wie druckt ihr? In welchen Auflagen? Was sind die einzelnen Produktionsschritte? Wie kommt ihr zu euren Autoren? Seit wann macht ihr das ganze? Wie kamt ihr auf die Idee? Und bekommst umgehend Antwort. Und ehe du dich versiehst, schiebt dir einer einen schwarzen Band über den Tisch: „Das ist der Andruck vom neuen Luis Chaves, schau mal ob alles stimmt!“ Und ein anderer lässt ein letztes Mal das Messer der Guillotine fallen, blickt in die Runde und verkündet: „Drucktag beendet!

Noch ein paar fertige Bücher ...

hochroth versteht sich laut Selbstaussagen als Modellprojekt zur alternativen Verlagsszene. Der Verlag will alternative Arten des Publizierens ausprobieren und weitere Verlagsinitiativen anregen. hochroth setzt trotz e-book und online-publishing auf das Buch als haptischen Genuss. Inzwischen ist ein europaweites Netzwerk mit Dependancen in Budapest, Paris und Riga entstanden.


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